Schule ohne Rassismus

Schule mit Courage


Stolpersteine gegen das Vergessen - der Beginn einer sehr bedeutsamen Patenschaft

Auszug aus dem Pressebericht:

"Beim Gang durch die Innenstadt von Bedburg fallen einem an verschiedenen Stellen im Bürgersteig goldene Steine auf, über die man im wahrsten Sinne des Wortes "stolpert" - sogenannte Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig. Sie sollen an das Schicksal jener Menschen erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

Um diese schreckliche und gleichzeitig wichtige Erinnerung auch zukünftig zu pflegen, vergab die Stadt Bedburg nun Patenschaften an vier Schulen im Stadtgebiet: Schüler*innen der Wilhelm-Busch-Schule, der Anton-Heinen-Schule, der Geschwister-Stern-Schule und des Silverberg-Gymnasiums kümmern sich fortan um die Pflege und Säuberung der insgesamt 22 Steine im Bedburger Stadtgebiet. Als Dank dafür erhielten die Schulleiterinnen stellvertretend eine Urkunde des Bürgermeisters."

Am Donnerstagnachmittag, 28.10., trafen sich die Schülerinnen und Schüler unseres Schülerparlaments - stellvertretend für alle Kinder - nun zur Reinigung der Stolpersteine in der Lindenstraße 6, für die wir ab sofort die Verantwortung übernommen haben. In unserer Sitzung hatten wir beschlossen, dass wir als "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" eine solche Patenschaft übernehmen möchten, um ganz klar Stellung gegen jede Form von Diskriminierung und Ausgrenzung zu beziehen. Voller Eifer wurden die Steine auf Hochglanz poliert - um an die jüdischen Familien zu erinnern und ihr Andenken hochzuhalten, die in dem Haus gewohnt haben:

Die Kerzen und Rosen sollen Zeichen dafür sein, dass wir nicht vergessen.

Ich danke den Eltern, die bereit waren, uns in dieser wichtigen Mission zu unterstützen. Die Kinder des Schülerparlaments werden in den Klassen erzählen - natürlich begleitet und unterstützt durch die Klassenlehrer.


Zusammen gegen Rassismus

Einige Schüler der Klasse 4b zeigten im Juni 2020 ihre Solidarität mit den Demonstrationen gegen Ungerechtigkeit, Rassismus und Antisemitismus unter dem Motto #SoGehtSolidarisch:

Einer älteren Mitbürgerin hat die Aktion so gut gefallen, dass sie den Kindern ein Dankschreiben und 50 Euro für ein Klassen-Eis zukommen ließ. Die Kinder und auch wir Lehrer waren sehr berührt und bedanken sich herzlich. Die Kinder haben einstimmig beschlossen, das Geld stattdessen lieber einem Projekt gegen Rassismus zu spenden.


Auszeichnung als "Schule ohne Rassismus"

Am 16.3. 2018 wurde unsere Schule als erste Grundschule im Rhein-Erft-Kreis zur "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ernannt. Die Vorbereitungen zu diesem Festakt waren sehr schön und intensiv.

Besonders haben wir uns darüber gefreut, dass wir den Bürgermeister Sascha Solbach als unseren Paten gewinnen konnten. Gemeinsam möchten wir nun Zeichen setzen für ein Miteinander ohne Grenzen.

Nachdem alle Kinder und das Team der Anton-Heinen-Schule mit ihrer Unterschrift bestätigt haben, sich gegen Rassismus und für Courage einzusetzen, haben in allen Klassen zahlreiche Aktionen stattgefunden (wie z.B. in der 3a).

Die Kinder haben ihre Gedanken klassenweise zu Papier gebracht und damit eine Flaschenpost bestückt. Diese wurde gemeinsam mit dem Bürgermeister in der Erft auf die Reise geschickt.

Gemeinsam mit unserem Schulsozialarbeiter Herrn Reelfs wurden Tücher bemalt und beschrieben, die die Gäste beim Festakt wie Gebetsfahnen begrüßen sollten.

So mussten alle schon, bevor sie die Turnhalle betreten konnten, in unsere Gedanken eintauchen.

Weil wir als erste Grundschule im Rhein-Erft-Kreis ausgezeichnet worden sind, erwarteten wir außer unserer Schulgemeinschaft noch hohen Besuch und viele Pressevertreter.

Dementsprechend haben wir auch viel Mühe in unser Programm gesteckt:

Zu unserem größten Glück hatten wir ein wunderbares Moderatorenteam, das natürlich direkt neben unserem Paten und dem stellvertretenden Landrat Bernhard Ripp sitzen durfte.

Ida und Max haben ihre Sache ganz großartig gemacht. Sie führten lustig und souverän durch unser Programm.

Die offiziellen Reden wurden durch zahlreiche Auftritte unterbrochen. Nach dem alle Kinder mit Begeisterung unseren Schulsong vorgetragen hatten, traten einzelne Klassen, unser Schulchor, das Lehrerteam, die Gymnasialschülerin Ksenia Kabanov und natürlich unser Gaststar Paul O'Brien mit seinen wunderbaren, zum Thema passenden Liedern auf.

"You are welcome, my friend" - nach diesem Song könnte wohl auch das Motto unseres Nachmittags benannt werden.

Damit dieser Tag und seine Botschaft niemals in Vergessenheit gerät, dürfen wir ab sofort ein Bild des syrischen Künstlers Mohamad Jamal Aljarah unser eigen nennen.

Wann immer wir jetzt die Schule betreten, erinnert uns das Bild an unser Versprechen.

Außerdem werden regelmäßige Aktionen folgen, die uns weiter auf den Weg zu einem friedvollen Miteinander bringen.

An dieser Stelle möchten wir uns noch für die wunderbare Zusammenarbeit mit Yvonne Rogoll (Komm. Integrationszentrum und Regionalkontakt für SOR-SMC) und David Sieveking (Aktionsbündnis für Demokratiestärkung und Antirassismus) bedanken, die mit uns den Nachmittag geplant und uns die Auszeichnung verliehen haben.